Staatliche Förderungen
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Staatliche Förderungen für Weiterbildungen

Fördermöglichkeiten für die berufliche Weiterbildung

Staatliche Förderungen für Weiterbildungen und Umschulungen


Bildungsgutschein über Agentur für Arbeit / Jobcenter

Als Kunde, der nach dem SGB II oder III gefördert wird, können Sie bei Ihrem Träger eine Weiterbildung oder eine Umschulung beantragen. Ihr Träger prüft zunächst Ihre persönlichen Vorraussetzungen sowie Ihre körperliche und geistige Eignung. Wird eine Förderung bewilligt, erhalten Sie einen sogenannten Bildungsgutschein, mit dem Sie sich bei uns für eine Maßnahme anmelden können.

Ein Bildungsgutschein muss in der Regel nach spätestens 3 Monaten für das ausgestellte Bildungsziel eingelöst werden. Neben den Lehrgangskosten, sichert Ihr Träger Ihnen bei einer Bewilligung auch die Fahrtkosten bzw. die Kosten für die Kinderbetreuung zu. Die Leistungen für Ihren Lebensunterhalt bleiben während einer Weiterbildung oder Umschulung unverändert. Die Bundesagentur für Arbeit hat ein Skript erstellt, in dem Sie weitere Informationen über berufliche Förderung erhalten (PDF-Download): "Förderung der beruflichen Weiterbildung für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen."


Deutsche Rentenversicherung / Berufsgenossenschaften

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können, haben Sie die Möglichkeit, über die berufliche Rehabilitation bei der Deutschen Rentenversicherung oder über Ihre Berufsgenossenschaft eine Weiterbildung zu beantragen. Dies gilt auch für die Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsalltag.


BFD - Berufsförderungsdienst der Bundeswehr

Als Zeitsoldat, Grundwehrdienstleistender, freiwillig zusätzlich Wehrdienstleistender und Berufsoffizier im fliegerischen Dienst können Sie über den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) eine Weiterbildung oder Umschulung beantragen. Der BFD ist für die berufliche Bildung von Soldaten und Soldatinnen zuständig. Nicht nur innerhalb der Bundeswehr, sondern auch für ausscheidende Soldaten. Zur Eingliederung auf den zivilen Arbeitsmarkt bietet der BFD eine Stellenbörse mit Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen an. Darunter fallen auch Weiterbildungen und Umschulungen. Schon während der Dienstzeit haben Soldaten die Möglichkeit, Schulungen zu besuchen, um sich für das Leben nach der Bundeswehr vorzubereiten. Dies gilt auch für den Grundwehrdienst. Der BFD fördert Maßnahmen bis zu 100% und gewährt nach dem Ausstieg Übergangsbeihilfe. Interessenten können bundesweit Beratungen der zuständigen Ortsbehörden des BFD in Anspruch nehmen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie im Internet unter www.bfd.bundeswehr.de.


Transfergesellschaften

Wenn Arbeitslosigkeit durch Betriebsinsolvenz oder Rationalisierungsmaßnahmen droht, können Transfergesellschaften zum Einsatz kommen. Ziel einer Transfergesellschaft ist es, für die Beschäftigten innerhalb eines Jahres eine neue Arbeitsstelle zu finden. Schon während der Kündigungsfrist werden Mitarbeiter beraten, weitergebildet und vermittelt. Der Wechsel in eine Transfergesellschaft ist für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten freiwillig. Als betreuter Beschäftigter einer Transfergesellschaft erhalten Sie ein Jahr lang Transferkurzarbeitergeld, welches dem Arbeitslosengeld I ähnelt und keinen Einfluss auf die Dauer des eventuell folgenden Bezuges vom Arbeitslosengeld hat. Ein sogenannter Transfersozialplan bietet den Arbeitnehmern konkrete Vermittlungs- und Qualifizierungsangebote an. Zur Vermittlung stehen Transfergesellschaften unterschiedliche Instrumente zur Verfügung, unter anderem auch Weiterbildungsmaßnahmen, um die Vermittlungsquote innerhalb des einen Jahres zu erhöhen.


Bildungsprämie

Die Bildungsprämie wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union gefördert. Anspruch haben Erwerbstätige, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 25.600 Euro bei Alleinstehenden bzw. 51.200 Euro bei gemeinsam Veranlagten (unter Berücksichtigung der Kinderfreibeträge) nicht übersteigt. Der Prämiengutschein übernimmt bis zu 50 % der Weiterbildungskosten, maximal 500 Euro. Interessierte haben bis Ende 2017 die Möglichkeit, sich für die Bildungsprämie zu bewerben. Weitere Informationen sowie Adressen von Beratungsstellen finden Sie über folgenden Link online auf der Internetseite der Bildungsprämie.


Weiterbildungsprämie

Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, können Sie bei erfolgreichem Abschluss einer Umschulung, die nach dem 01.08.2016 begonnen wurde, bis zu 2500 EUR Weiterbildungsprämie erhalten. Diese Förderung basiert auf dem "Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz – AWStG)". Um die Prämie zu erhalten, müssen Sie Ihrem Kostenträger einen Nachweis über das erfolgreiche Bestehen einer Zwischen- und/oder Abschlussprüfung vorlegen.

Ausführlichere Informationen finden Sie auf unserem Blog.
Die offiziellen Informationen zur Weiterbildungsprämie finden Sie auf den Seiten der Bundesregierung: Weiterbildungprämie


Aufstiegs-BAföG / Meister-BAföG

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) - das sog. "Meister-BAföG" ist ein Mix aus Zuschuss und Darlehen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Wenn Sie über eine anerkannte, abgeschlossene Erstausbildung oder einen vergleichbaren Berufsabschluss verfügen, können Sie diese Aufstiegsförderung beantragen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Vollzeitlehrgängen erhalten vom Staat einen monatlichen Unterhaltsbeitrag zum Lebensunterhalt bis zu folgender Höhe:

697 €  für Alleinstehende ohne Kind 238 € Zuschuss / 459 € Darlehen
907 €  für Alleinstehende mit einem Kind 343 € / 564 €
912 €  für Verheiratete 238 € / 674 €
1.122 €  für Verheiratete mit einem Kind 343 € / 779 €
1.332 €  für Verheiratete mit zwei Kindern 448 € / 884 €

Für jedes weitere Kind erhöht sich (einkommens- und vermögensabhängig) dieser Betrag auf 210 Euro € und wird zu 50 % als Zuschuss geleistet. Alleinerziehende erhalten darüber hinaus pauschalisiert und ohne Kostennachweis einen Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro monatlich pro Kind. Vollzeitmaßnahmen werden längstens 24 Monate, Teilzeitmaßnahmen längstens 48 Monate (Förderungshöchstdauer) gefördert. Das Darlehen ist während der Fortbildung und einer anschließenden zweijährigen Karenzzeit - höchstens jedoch sechs Jahre - zins- und tilgungsfrei. In dieser Zeit trägt der Staat die Zinsen. Danach ist es mit einem günstigen Zinssatz zu verzinsen. Das Darlehen ist innerhalb von 10 Jahren nach Beginn der Tilgungspflicht zurück zu zahlen. Das Darlehen kann auch vorzeitig in einer Summe zurückgezahlt werden. Bei Bestehen der Prüfung wird ein Erlass von 25 Prozent auf das auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallende Restdarlehen gewährt.

Quelle: Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: www.aufstiegs-bafoeg.de/


Weiterbildungsscheck Sachsen individuell

Mit dem "Weiterbildungsscheck Sachsen individuell" können Sie sich berufsbegleitende Weiterbildungen mit einem Satz von bis zu 80 % fördern lassen.

Antragsberechtigt sind Beschäftigte, Auszubildende, Berufsfachschüler (ab vollendetem 18. Lebensjahr) und andere Personengruppen, die (wieder) in das Erwerbsleben eintreten wollen, wie beispielsweise arbeitslose Nichtleistungsempfänger.

Gefördert werden:
Vorhaben der individuell berufsbezogenen Bildung bzw. Weiterbildung zur Verbesserung der beruflich nutzbaren Kompetenzen bzw. Qualifikationen sowie der Steigerung der Beschäftigungschancen von Personen mit einem erhöhten Förderbedarf hinsichtlich der Beteiligung an beruflicher (Weiter-) Bildung.

Weitere Informationen können Sie auf der Seite der SAB (Sächsische AufbauBank) Sachsen finden.


Weiterbildungsscheck – betrieblich

Ein weiteres Förderangebot der Sächsischen AufbauBank ist der "Weiterbildungsscheck – betrieblich". Hierbei handelt es sich um Angebot für sächsische Unternehmen mit dem Arbeitgeber Weiterbildungen für Ihr Personal fördern lassen können. In der Regel werden bis zu 50 % der Weiterbildungskosten bezuschusst.

Antragsberechtigt sind Arbeitgeber und Selbständige aus Sachsen. Gefördert werden Vorhaben der betrieblichen Weiterbildung.

Weitere Informationen können Sie auf der Seite der SAB (Sächsische AufbauBank) Sachsen finden.


Bildungsscheck Brandenburg

Mit dem Bildungsscheck Brandenburg können sich Beschäftigte eine berufsbegleitende Weiterbildung mit bis zu 500 EUR zur Kursgebühr fördern lassen. Einen Bildungsscheck können alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Hauptwohnsitz im Land Brandenburg bekommen, die im laufenden Jahr noch an keiner beruflichen Weiterbildung teilgenommen haben.

Weitere Informationen können Sie beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie finden.